NW 2001/1034
Bedburg-Kaster

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www.OBib.de
Gemeinde: Bedburg
Ortsteil: Kaster
Kreis: Erftkreis
TK-Nr./Name: 5005; Bergheim
DGK-Nr./Name: 5005/02; Lipp
Koordinaten: R: 2538973-2539062   H: 5651570-5651649

Projekt: Erschließungsgebiet „Im Spleß“

Im Zuge einer geplanten Erschließungsmaßnahme wurden zur Feststellung und doku-mentarischen Sicherung des archäolgischen Befundpotentiales zunächst eine Prospektion mit nachfolgender Sachstandsermittlung durchgeführt. Im Ergebnis waren hierbei eine römische Siedlungsstelle im nordwestlichen und ein offenbar ausgedehnter bandkeramischer Siedlungsplatz im südöstlichen Flächenbereich eindeutig nachweisbar. Da die Befunde im Bereich der römischen Siedlungsstelle nur noch sehr schlecht erhalten waren, beschränkten sich die weiteren flächigen Untersuchungen lediglich auf einen ausgewiesenen Teilbereich der bandkeramischen Siedlung. Bei den hier angeschnittenen Befunden handelt es sich in der Regel um mittelgroße Einzelgruben oder aber um größere Grubenkomplexe, die vorbehaltlich als Lehmentnahmegruben interpretiert werden können. Die für die neolithische Siedlungsweise typischen Hausstrukturen in Form von größeren langrechteckigen Pfostenbauten waren in keinem Fall nachweisbar. Es ist zu vermuten, dass dieser Negativbefund auf starke Erosionstätigkeiten zurückzuführen ist. Die aus den angeschnittenen Grubenbefunden geborgenen Fundstücke erlauben in ihrer Gesamtheit eine eindeutige Eingliederung des Siedlungsbereiches in die Bandkeramik. Bei der geborgenen Keramik handelt es sich meist um grob quarz- und/oder schamottgemagerte Gebrauchskeramik. Anhand der vorliegenden Randstücke waren in erster Linie kumpfartige Gefäße mit einbiegendem, ausbiegendem oder gerade aufgerichtetem Rand differenzierbar. In wenigen Exemplaren waren flaschenartige Gefäße mit trichterförmig ausgestelltem Rand oder mit zylindrischem Hals belegt. Aufgrund gewisser Stilelemente in der Gefäßverzierung ist eine Einordnung in eine entwickelte Phase der Bandkeramik möglich. Unter den Silexartefakten fanden sich neben unmodifizierten Abschlägen und Klingen- bzw. Lamellenfragmenten als einzige retuschierte Werkzeugform lediglich zwei Bohrer.

Thomas Ibeling, 2002