NW 2001/1018
Rheinbach Zentrum

Onlinebibliothek
Inhalt:
I. Einleitung
II. Archäologische Befundlage
  II.1. Bodenkundlicher Überblick
  II.2. Technische Stellen
  II.3. Archäologische Befunde
    II.3.1. Befunde in St. 2
    II.3.2. Befunde in St. 3
    II.3.3. Befunde in St. 5
    II.3.4. Befunde in St. 13
III. Zusammenfassung
Literaturhinweise
Aachen, Münsterplatz
Aachen, Beginenwinkel
Aachen, Kaufhof
Bedburg-Kaster
Burg Binsfeld
Erftstadt-Lechenich
Grevenbroich-Gustorf
Jülich, Am Aachener Tor
Jülich, Propsteikirche
Jülich, Schloßstraße
Rommerskirchen-Eckum
Rommerskirchen-Gill
Steinzeit in Südwest-Bayern
Stolberg-Gressenich
Titz, Kölner Straße
Weilerswist-Neukirchen

Archäologische Berichte bei OBib
Archäologie Linkseite
OBib.de
Gemeinde: Rheinbach
Ortsteil: Ortszentrum
Kreis: Rhein-Sieg
TK-Nr./Name: 5307, Rheinbach; DGK-Nr./Name: 5307/23, Rheinbach
Gauss-Krüger-Koordinaten: R: 2567159-2567188   H: 5610479-5610509

Projekt: Neubau der Raiffeisenbank, Hauptstraße 36-38

Die archäologischen Untersuchungen im Zuge einer Neubaumaßnahme im Bereich der Rheinbacher Altstadt (Hauptstraße 36-38) erbrachten zahlreiche Siedlungsbefunde, die eine mehrphasige Siedlungskontinuität von der Übergangszeit Spätmittelalter/Frühneuzeit bis in die späte Neuzeit (20. Jahrhundert) belegen. Allerdings waren diese Befunde weitgehend auf den nördlichen Bereich der Parzelle beschränkt, da der südliche Flächenbereich durch rezente Keller bis in eine Tiefe von ca. 1.80 m vollflächig gestört war.
          Der ältesten auf dem Gelände feststellbaren Siedlungsphase war ein in den anstehenden Verwitterungshoriziont eingetiefter Erdkeller nebst Versturzhorizont zuzuweisen, der offensichtlich mit einer seitlichen Holzverschalung und mit einen Holzfußboden ausgekleidet war. Das aus dem Verfüllungssediment geborgene Fundmaterial (Grauware, Faststeinzeug, geflammte Ware, mattgraue Ware) datiert diesen Befund insgesamt in die Zeit zwischen dem 14. bis ins beginnende 16. Jahrhundert.
          Der folgenden frühneuzeitlichen Siedlungsphase (16./17. Jahrhundert) lassen sich vorbehaltlich einige Bruchsteinmauern zuweisen, die jedoch aufgrund ihrer schlechten Erhaltung keine weitergehenden Rückschlüsse auf die ursprüngliche Bebauung ermöglichten.
          Gleiches gilt für die Befunde der darauf nachfolgenden Siedlungsphase, die anhand von Funden in das 17.-19. Jahrhundert datiert werden kann. Als besonders markante Befunde lassen sich eine aus Bruchsteinen errichtete Wasserrinne sowie eine aus einem ausgenuteten Eichenstamm gearbeitete Holzrinne anführen, die beide, bei entgegengesetzter Orientierung mit leichtem Gefälle in die Parzelle hinein entwässerten. Daneben fanden sich wiederum Baustrukturen in Form von Bruchsteinmauern, die als Grundmauern eines ehemaligen Gebäudes im nordöstlichen Flächenbereich gewertet werden können. Kennzeichnend für die letzte Siedlungsphase sind zahlreiche Baubefunde aus Feldbrandziegeln, die auf ein mehrräumiges Gebäude mit westlich angegliedertem Hofbereich schließen lassen. Neben einigen kleineren Kellereinheiten fanden sich zudem noch mehrere, teilweise bis auf die Bausohle reichende Brunnenbefunde.

Thomas Ibeling, 2001


Literaturhinweis:

Grewe, K., 1992: Ein alter Fund in neuem Licht: Eine Holzrohrleitung aus Rheinbach. In: Archäologie im Rheinland 1991, S. 104-105.